Der Leitungswähler ist für zwei Hunderter ausgelegt, die Auswahl des Hunderters erfolgt wieder durch ein Hilfsrelais mit der Bezeichnung (römisch) II. Es gibt daher auch zwei unterschiedliche c-Adern für die Belegung des jeweils gewünschten Hunderters.

Auch hier gibt es die Unterdrückung des ersten Impulses bei der ersten zu wählenden Ziffer, es gibt aber eine weitere Besonderheit, nämlich, nachdem der Wähler nach Abschluss der Zehnerwahl bereits auf dem ersten Schritt des gewünschten Zehnerblockes steht, muss auch bei der Einerwahl der erste Impuls unterdrückt werden (was auch hier mit Hilfe der Motorhilfskontakte erreicht wurde).

Beim Motor-Leitungswähler kann auch über die Dekade hinaus eine Serie gebildet werden, man kann also Serien bilden, die – theoretisch – den ganzen Hunderter umfassen. Für die Serienbildung dient eine eigene d-Ader, also eine vierte Ader zwischen Vorwähler und Motorwähler-Multipel, an dieser d-Ader wird dann gekennzeichnet, was das für ein Teilnehmer ist, wobei folgendes gilt:

d-Ader ist mit 800 Ohm gegen Erde gekennzeichnet: Serienkopf-Nummer d-Ader ist mit 3000 Ohm gegen Erde gekennzeichnet: Serien-Folgenummer d-Ader ist mit satter Erde (0 Ohm) gekennzeichnet: Serien-Schlussnummer oder Einzelanschluss

Diese Kennzeichnung wird aber – mit Ausnahme der direkten Erde – nur angelegt, wenn der betreffende Anschluss bereits in irgendeiner Verkehrsrichtung belegt ist. Ist der Anschluss im Ruhezustand und ist die Sicherung intakt, dann liegt direkte Erde an der d-Ader.

Die besondere Kennzeichnung der Serienfolge-Nummern ist übrigens wichtig, um die Funktion der Nachtnummernwahl realisieren zu können. Unter der Funktion “Nachtnummernwahl” versteht man die Funktion, dass man eine bestimmte Nummer innerhalb der Serie (ausgenommen den Serienkopf) direkt anwählen kann. Ist diese Nummer aber besetzt, erfolgt kein Weiterdrehen auf die nächstfolgende Nummer. Diese könnte zwar frei sein, aber wird nicht dort läuten, wo gerade jemand den Nachtdienst versieht.

Noch eine Besonderheit hat das System 48M: Man kann mehrere Serienköpfe bilden, die zwei Serien ansprechen, welche hintereinander liegen.

Beispiel:

248546 ist Serienkopf der ersten Serie, dazu gehören dann als Folgenummern:

248547
248548
248549 und
248540

Dahinter beginnt die nächste Serie:

248551 als Serienkopf
248552
……
Sinnvollerweise macht man so etwas, wenn man ein und dasselbe Unternehmen mit zwei Serien ausstattet, die erste Serie eine Serie für den Kundendienst darstellt, die zweite Serie aber die normale Firmennummer ist. Sind also alle Kundendienst-Nummern belegt, läst man die weiteren Anrufer eben auf die normale Vermittlung auflaufen, die dann gegebenenfalls weiterschaltet oder einen Rückruf veranlasst.

Videoquelle: JH, “Wählamt Kleinbaumgarten”
Textquelle: “Wählamt Kleinbaumgarten”

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